November 2013

DVD: Schwäbische Geschichten

Was passt zu einem verregneten Herbst- oder verschneiten Wintertag besser als Willy Reichert in einer seiner Paraderollen als Gottlieb Gscheidle, dem Bürgermeister von Krottenbrunn? Mit viel List und allerlei geschickten Tricks schafft er es immer wieder, das Beste für die Gemeinde zu erreichen. Meist jedoch auf die Kosten des Badhotelbesitzers Erwin Schäuffele, des großmauligen Großgärtnereibesitzers Hugo Pfisterer oder des Wurstfabrikanten Bullinger.

Und dann ist da auch noch die Frau Immel, die Bürgermeister Gscheidle ständig mit ihren Anliegen zu Kinder- und Umweltschutz in den Ohren liegt.

Es ist schon eine wahre Kunst für das Stadtoberhaupt, die Stadtbewohner und die Familie mit ihren Anliegen bestmöglich zufrieden zu stellen. Doch Bürgermeister Gscheidle kennt seine Papenheimer und schafft es immer wieder, dass am Ende alle es so machen, wie er will.

Die Rolle des Bürgermeister Gscheidle wurde Willy Reichert auf den Leib beschrieben, und kein anderer hätte der Figur besser Leben einhauchen können, als Willy Reichert selbst.

In meiner Kindheit kamen die Folgen oft in den Weihnachtsferien, und die ganze Familie saß dann vor dem Fernseher und hatte ihren Spaß. Nun sind alle Folgen auf DVD erschienen und ermöglichen jederzeit eine Reise in die gute alte Zeit, als die Welt noch in Ordnung war.

Unterhaltung
Nostalgie
Witz
Gesamt

Image of Schwäbische Geschichten - Alle 10 Folgen (3 DVDs)
Mitwirkende: Willy Reichert, Oscar Heiler, Werner Veidt, Fritz Eckhardt, Oscar Müller
Preis: EUR 18,99

We Proudly Present: The Floppy Orchestra

Nach dem bahnbrechenden Erfolg des Klassikers "Für Elise", dargebracht von einem Flachbettscanner (wir berichteten), sind nun 8 Diskettenlaufwerke angetreten, die Welt der Filmmusik zu revolutionieren. Applaus, Applaus, Applaus!

Fluch der Karibik:

James Bond:

Beverly Hills Cop:

Ghost Busters:

Da soll noch einer sagen, heute bräuchte man keine Diskettenlaufwerke mehr ...

Rampenlicht: BUNTESrepublik Deutschland

Die Theatergruppe "Rampenlicht" des CVJM Stuttgart-Möhringen ist zwar eine Laienspieltruppe, dennoch spielen sie weitaus besser als so manches professionelle Ensemble, das ich gesehen habe. Das mag zum einen daran liegen, dass die Gruppe in dieser Konstellation schon sehr viele Jahre zusammen spielt und die Mitglieder gut aufeinander eingestimmt sind, zum anderen aber auch daran, dass sie schon recht viele Stücke aus den unterschiedlichsten Genres aufgeführt haben. Ich selber durfte in den vergangenen Jahren schon "Dr. Jekyll und Mr. Hyde", "Das Tagebuch der Anne Frank", "Notting Hill" und "Im weißen Rössl" sehen und habe das Theater bisher immer sehr begeistert verlassen.

Die Truppe spielt ihre Stücke immer an mehreren Abenden, und obwohl die Werbung dazu nur per Rundmail verschickt wird ist jeder Abend komplett "ausverkauft", oft müssen noch weitere Stühle herbeigeschafft werden und es ist gar nicht so leicht, eine der begehrten Eintrittskarten zu ergattern. Seit ich in einem Jahr einmal leer ausging habe ich gelernt, mich so früh wie möglich um Karten zu kümmern. Die Karten selber sind zwar kostenlos, doch wird um eine freiwillige Spende gebeten, die man nach so einem unterhaltsamen Abend auch gerne gibt.

Zur Aufführung kam nun in diesem Jahr "Buntesrepublik Deutschland". Kann die Truppe auch mit diesem Stück meine mittlerweile schon hohen Erwartungen erfüllen?

Hinein in die wilden 60er-Jahre: Schlager, Beats, Studentenproteste, sexuelle Befreiung, Pille, Farbfernsehen. In „BuntesRepublik“, der Komödie über das Wirtschaftswunderland Deutschland kann man mit viel Musik und Spaß erleben, wie eine Familie in den Strudel der gesellschaftlichen Umbrüche in einer der aufregendsten und farbigsten Dekaden unseres Landes gerät.

Es beginnt mit der Jubiläumsfeier der Möbelfirma Bunte, auf der die Angestellten der Firma und die Mitglieder der Musterfamilie Bunte zusammen feiern. Doch schnell wird klar, dass die heile Welt nur vordergründig ist und die gesellschaftlichen Änderungen der 60er nicht spurlos an der Familie vorübergegangen sind: Heinrich Bunte hat ein Verhältnis mit seiner Sekretärin Brigitte, die verlangt, dass er sich scheiden lässt, seine Ehefrau Gertrud merkt bei der Lektüre der Bücher von Oswald Kolle, dass sie sexuell nicht zufrieden ist, die Tochter Uschi zieht in eine Kommune und verliebt sich in den Deserteur Karl-Friedrich, anstatt - wie vom Vater gewünscht - den geschätzten Dr. Olaf Baumann zu heiraten, der ein Verfahren entwickelt hat, aus Pappe Möbel zu machen.

Doch bei der Einführung des Farbfernsehens bricht alles auseinander. Angefangen beim Fernsehtisch aus oberflächenbeschichteter Pappe über das Verhältnis zur Sekretärin bis hin zur Ehe der Buntes. Doch nachdem sich Frau Bunte in Indien ihre Chakren anregen ließ und durch einen Deal mit dem Außerhandelsministerium der DDR auch die Firma wieder gerettet ist, steht einem Happy End nichts mehr im Wege.

Die Umsetzung dieses Stoffes war sehr ideenreich. So war das Bühnenbild und die Kostüme während der ersten Hälfte (vor Einführung des Farbfernsehens) hauptsächlich in schwarz-weiß gehalten, dafür ging es in der zweiten Hälfte (nach der Einführung des Farbfernsehens) auf der Bühne um so bunter weiter. Auch eine (züchtige) Szene im Bett wurde visuell sehr schön umgesetzt. Auch sonst gab es ein paar außergewöhnliche Einfälle.

Die ganze Handlung wurde durch viele Lieder aus Rock und Schlager getragen oder ergänzt. Alles wurde live gesungen, und auch die musikalische Begleitung kam nicht aus der Konserve sondern wurde von der 'Bunte-Firmen-Combo "Las Gorillas"' live gespielt. Überraschend war, dass alle Schauspieler auch sehr gut singen konnten und auch bei der Performance zu den Liedern eine gute Figur machten.

Trotz fast 2.5 Stunden Länge kam keine Langeweile auf. Die Truppe konnte die komplette Zeit über sehr gut die Stimmung halten, bei vielen Szenen gab es langanhaltendes schallendes Gelächter im Saal und man hätte gerne noch weiter zuschauen wollen. Interessant und gut umgesetzt war auch, dass bei einer Szene zur sexuellen Revolution relativ offen über alles gesprochen wurde - gerade bei einer Gruppe des CVJM hätte ich das nicht erwartet; der älteren Dame vor mir war die Sprache allerdings manchmal etwas zu freizügig.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es eine absolut rundum gelungene und unterhaltsame Aufführung war, die beeindruckt hat. Und bei aller Professionalität, die diese Laientruppe bietet, würde man sich wünschen, sie viel häufiger auf der Bühne zu sehen.

Story
Schauspiel
Gesang
Bühnenbild
Unterhaltung
Gesamt

Filmkritik: Unerwünschte Besucher

"Unerwünschte Besucher" von Björn Reichardt wurde zwar bereits 2011 fertig gestellt, kam aber wegen nicht geregelter rechtlicher Fragen erst jetzt aus dem Schrank. Kann der Kurzfilm begeistern, oder wäre er besser im Schrank geblieben?

Bruno, der eine Autobiografie über einen ehemaligen Serienmörder geschrieben hat, wohnt zusammen mit seinem Verleger Karl in einem Haus. Ihre idyllische Abgeschiedenheit wird gestört, als ermordete Frauen in ihrem Garten auftauchen. Damit sie nicht mit den Morden in Verbindung gebracht werden, muss dem Treiben ein Ende gesetzt werden.

Ein Monolog führt während des Vorspanns in die Handlung ein. Es sind die Memoiren des "Neckar-Würgers", der zahlreiche Frauen mit seinen Daumen erwürgt hat.

Mit dem Ende des Vorspanns sind wir an einem Samstagmorgen in einem bürgerlichen Garten, Karl, ein Verleger, betritt entspannt und mit einer Tasse Kaffee in der Hand die Treppe zum Garten. Doch seine morgendliche Ruhe wird gestört: Eine weibliche Leiche liegt in seinem Liegestuhl. Eigentlich möchte er sich die gute Laune nicht verderben lassen. Er kippt die Leiche aus seinem Stuhl und macht es sich dann darin gemütlich. Aber die Entspannung will sich nicht mehr recht einstellen. Er stellt Bruno, ein Schriftsteller, der mit ihm unter einem Dach wohnt, zur Rede. Bruno verfasste die Biographie "Würgen bis zum Abwinken - die wahre Geschichte des Neckar-Würgers", Karl ist sein Verleger. Bei dem Buch handelt es sich weder um Fiktion, noch um eine fremde Person: Bruno ist der Neckar-Würger, dem die Polizei jedoch nie auf die Schliche kam und stattdessen einen anderen einsperrte. Wer denkt, dass Bruno alleine deshalb etwas seltsam ist, sollte in sein Kalkül noch mit aufnehmen, dass Bruno den ganzen Film über und zu jeder Uhrzeit nur mit einem Morgenmantel bekleidet zu sehen ist, und auch seine Freundin Gisela, mit der er in einer intimen Beziehung lebt, ist eine Schaufensterpuppe.

Doch Bruno stellt klar, dass er nur blonde Frauen tötet, und auch nur mit seinen Daumen würgt, die fragliche Dame aber mit einem Nylonstrumpf ermordet worden sei. Um jedoch Ärger zu vermeiden einigen sich die Beiden, die Leiche unauffällig verschwinden zu lassen. Offenbar scheinen die Beiden darin auch schon einige Übung zu besitzen. Bruno behält bei der Gelegenheit gleich die Kleider der Ermordeten für seine Schaufensterpuppe. Die Beschaffung der Kleider für seine Puppe scheint auch das Motiv für Bruno bei seinen Morden gewesen zu sein.

Doch eine Woche später wiederholt sich die Sache, wieder taucht eine Tote im Garten auf. Wieder war es offensichtlich nicht Bruno. Auch diese Leiche wird beseitigt. Während Bruno die ganze Sache wie selbstverständlich sehr locker nimmt, scheint das alles Karl doch etwas mitzunehmen. Die Toten scheinen ihn zwar auch nicht allzusehr zu schockieren, belastend scheint für ihn eher die Angst zu sein, mit den Morden in Verbindung gebracht zu werden. Eine Angst, die Bruno keineswegs zu haben scheint. Sehr schön sieht man die ganze Zeit die Unterschiede, wie die beiden mit der Situation umgehen.

Bruno vermutet, dass auch am nächsten Samstag wieder eine leblose Dame in ihrem Garten abgelegt werden wird. Um zu sehen, wer ihnen diese Toten in den Garten legt, geben sich die beiden auf die Lauer. Auch hier kommen die Unterschiede der Beiden wieder voll zur Geltung. Während Karl mit Tarnbemalung im Gesicht und dunklen Kleidern in einer Hecke lauert, sitzt Bruno in seinem Bademantel entspannt am Gartentisch und trinkt Bier.

Irgendwann kommt dann tatsächlich ein Mann mit einer Leiche über der Schulter in den Garten, es ist der "Schwanensee-Würger". Auch er ist wieder ein ganz anderer Schlag von Mensch. Nachdem klar ist, dass er noch vor hat 49 weitere Damen zu ermorden, erwacht der Geschäftssinn in Bruno. Dafür, dass sie die Leichen wegschaffen, will er eine Biografie über den Schwanensee-Würger schreiben. Da es jedoch Unstimmigkeiten über die Prozentsätze der Gewinnverteilung gibt, beschließt Bruno, das ganze ohne die Beteiligung des Schwanensee-Würgers zu machen, und setzt noch einmal seine Daumen ein ...

Rechnete ich am Anfang noch damit, einen Thriller/Indie-Schocker vor mir zu haben, merkte ich schon bei der ersten Szene im Garten, dass es sich viel mehr um eine sarkastische schwarze Kömödie handelt. Die zynischen Kommentare des gelassenen Bruno und die leicht verzweifelte Art von Karl passen sehr gut zusammen und sind auch sehr schön schauspielerisch in Szene gesetzt. Auch der irr wirkende Schwanensee-Würger, der wiederum einen ganz anderen Charakter hat, wurde sehr glaubhaft gespielt. Gerade diese drei unterschiedlichen Charaktere führen zu einigen absurden Momenten, die aber den zynischen Humor des Films ausmachen.

Auch technisch gesehen gibt es an dem Film nicht das geringste auszusetzen, auch die dezente und unaufdringliche Hintergrundmusik rundet die ganze Sache schön ab.

Diese schwarze Komödie ist gut gelungen und funktioniert wunderbar. Der Kurzfilm ist 20 Minuten lang, man hätte aber gerne noch mehr gesehen. Ich hoffe, dass er auf einigen Festivals zu sehen sein wird, denn es wäre schade, wenn dieses Schmuckstück ungesehen nur in den Archiven der Beteiligten verstauben würde.

Wer den Film sehen möchte kann sehr gerne über Facebook zu Thomas Goersch Kontakt aufnehmen.

Schauspieler: Oliver Sturm, Thomas Goersch, Paddy Loose, Franziska Kerger, Katharina Kirschbaum, Petra Helch
Buch, Regie, Produktion: Björn Reichardt
Facebook: Unerwünschte Besucher

Story
Unterhaltung
Schauspieler
Umsetzung
Gesamt

American Apple Cheese Crumble Cake

Ich habe mich erfinderisch in der Küche ausgetobt und einen "American Apple Cheese Crumble Cake" kreiert. Es ist ein Cross-Over zwischen Apfel-Streusel-Kuchen und New-York Cheese Cake. Ich muß nicht extra erwähnen, dass es sehr lecker ist ...

Boden:

300g Mehl
200g Butter
100g Zucker

Alle Zutaten miteinander zu einem Mürbeteig verkneten, dann zu einer Kugel formen, in Klarsichtfolie einwickeln und 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Dann ausrollen und in einer Springform ausbreiten.

Füllung:

600g Frischkäse
120g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
5-6 Äpfel
(1 handvoll Rosinen)

Die Äpfel schälen, in Spalten schneiden und auf dem Kuchenboden auslegen, wer mag kann auch noch Rosinen mit dazu geben.

Den Frischkäse mit Zucker und Vanillezucker verrühren und auf die Äpfel geben.

Streusel:

120g Zucker
100g Mehl
75g Butter
1 Teelöffel Zimt

Alle Zutaten miteinander verkneten und als Streusel auf die Frischkäsemasse geben.

Dann den Kuchen eine Stunde bei 200°C backen. Die Käsemasse ist warm noch ziemlich flüssig und wird erst fest, wenn sie kalt wird. Darum Kuchen vor dem Anschneiden abkühlen lassen.

Filmkritik: Unerträglich

Marcello Filippelli veröffentlichte vor ca 1½ Jahren seinen Kurzfilm "Unerträglich", für den er nicht nur das Drehbuch schrieb, sondern auch als Produzent und Regisseur hinter der Kamera agierte. Bisher wurde der Kurzfilm vor allem auf Filmfestivals vorgeführt, doch er kann auch im Internet auf YouTube angeschaut werden. Wenn Marcello Filippelli auch schon mehrere Projekte in den vergangenen Jahren selbst realisiert hat, so handelt es sich bei Unerträglich jedoch um seinen ersten professionell produzierten Kurzfilm, für den er Schauspieler und Kamaraleute aus ganz Deutschland gewinnen konnte. Hat sich die Mühe gelohnt oder ist das Ergebnis "unerträglich"?

An einem scheinbar friedlichen Ort, geschieht ein grausamer Kindermord. Kommissar Beck ermittelt mit neuem Partner bereits die zweite Woche im Mordfall, doch bislang ohne einen Erfolg!
Die schreckliche Befürchtung eines Serienmörders bestärkt sich, als urplötzlich vom Vater des ermordeten Mädchens, ebenfalls jede Spur fehlt! Es scheint etwas Unfassbares vor sich zu gehen und den Ermittlern wird klar, dass sie keine Zeit mehr zu verlieren haben!

Wer sich noch ganz unvoreingenommen den 10-minütigen Film ansehen will, sollte ihn sich vor dem Weiterlesen anschauen. Er findet sich u.A. am Ende dieses Artikels oder auf YouTube.

Im Radio laufen die Nachrichten und bringen uns in die Szene hinein. Es handelt sich um Kindermord – ein heikles Thema. Laut Radio fehlt vom Mörder jede Spur. Ein blutverschmierter Mann sitzt verzweifelt auf dem Boden eines weißen Badezimmers. Es muß der Kindermörder sein. Ist er verzweifelt, weil er die Tat schon bereut? Oder eher, weil die Polizei unentwegt nach ihm fahndet, wie uns das Radio mitteilt?

Doch es geht noch schlimmer, auch der Vater des ermordeten Kindes ist mittlerweile verschollen. Offenbar befindet er sich ebenfalls in der Gewalt des Mörders, während die Polizei noch immer keine Anhaltspunkte über den Täter hat.

Von den beiden Kommisaren erfahren wir beim Kneipengespräch, dass der Vater bereits weitere Schicksalsschläge verkraften musste: seine Frau war vor zwei Jahren bei der Geburt gestorben. Verübt der Vater eventuell Selbstjustiz und ist daher nicht mehr auffindbar? Kommisar Beck stellt sich vor, der Vater zu sein und fragt sich, ob ihm ein Kommisar dabei im Wege stehen könnte?

In der nächsten Szene wird klar, dass die Vermutung richtig war: Der mutmaßliche Täter ist nicht der Mörder des Kindes, sondern der Vater, der den Mörder seiner Tochter schon längst aufgespürt hat und ihn nun quält, ihn leiden lässt, als Strafe für sein Verbrechen.

"Es ist vorbei", sagt der Vater zu Kommisar Beck am Telefon. Und wir sind wieder in dem weißen Bad wie in der Eröffnungszene. Jetzt ist auch klar, wieso dieser Mann blutverschmiert ist, und vor allem auch, wieso er so verzweifelt ist: Er hat Selbstjustiz verübt, er wurde selber zu einem Verbrecher – letztendlich wurde er selbst zu dem, was er verabscheut hat.

Wäre ich im Fernsehen beim Zappen in diesem Film gelandet, hätte ich es vermutlich für eine skandinavische Krimi-Verfilmung gehalten. Der Kurzfilm hat eine gelungene eigene Ästhetik, die jedoch an professionelle moderne Krimis angelehnt ist. Jedes Bild ist gekonnt komponiert, die meisten Szenen sind aus der Hand gefilmt mit leicht wackeliger Kamera – ich unterstelle hier aber Absicht, denn es passt sehr gut zum Gesamtstil des Films, wirkt sehr natürlich und stimmig und nimmt einen mehr in das Geschehen mit rein.

Kindermord trifft auf Selbstjustiz, zwei schwierige Themen, hier aber ganz patent aufgegriffen. Die Schauspieler agieren durchweg professionell, die Story hat keine unnötigen Längen und wurde professionell umgesetzt. Damit ist der Film alles andere als "unerträglich" und eine klare Empfehlung.

Story
Spannung
Splatter
Unterhaltung
Ästhetik
Gesamt

Nikolai Will / Christian Cujovic / Claudia Dalchow / Bernd Michael Straub / Peter Eberst / Martin Kloss / Jochen Werner / Regie: Marcello Filippelli

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