September 2014

Tenute Eméra: 2013 QU.ALE Rosso

Beim letzten Besuch bei meinem Weinhändler wusste ich im Vorfeld schon genau, welche Weine ich kaufen will, denn eigentlich wollte ich nur die Vorräte meiner Lieblingsweine wieder aufstocken. Doch er ließ mich noch andere probieren. Einer war eine äußerst erfreuliche Überraschung: QU.ALE aus dem weltbekannten Weingut Tenute Eméra. Geschmacklich ein sehr schöner Wein: weich, harmonisch, rund und sehr süffig. Dem neuen Trend folgend kann dieser Rotwein auch gekühlt getrunken werden, auf Zimmertemperatur schmeckt er mir allerdings besser. Er hat eine leichte Würze und wenig Säure. Auch preislich liegt er sehr angenehm.

Der Name kommt zum einen von Alessandra Quarta, die die Idee zu diesem Projekt hatte, zum anderen heißt "quale?" auf italienisch auch "welche?". Und das ist genau die Frage, die sich jeder stellen sollte: In welcher Welt möchte ich leben?

Und hier ist QU.ALE ist nicht nur geschmacklich ein leckerer Wein, auch "die äußeren Werte" sind bemerkenswert: So wurde er extra in leichten Glasflaschen abgefüllt, die Transportkosten und damit auch Energie sparen, und die zu 100% aus recycelten oder recyclingfähigen Materialien hergestellt wurden. Mit dem Verkauf wird außerdem vor Ort die Erhaltung des Naturschutzgebiets “Salina Monaci” unterstützt, der Heimat des Pinken Flamingos.

Vom Erlös jeder verkauften Flasche werden außerdem 5% für ein wohltätiges Projekt gespendet, das diese Welt wieder ein bisschen lebenswerter macht. Für jede Flasche kann man über die Webseite auswählen, für welches Projekt gespendet werden soll. Jeder hat also selber die Wahl – und damit kommen wir auch schon zur "Wein-Demokratie", in der jeder u.A. das Recht haben soll, einen guten Rotwein zu einem erschwinglichen Preis zu bekommen. Denn, so lesen wir auf der Flasche, Lebensqualität sei auch direkt mit dem Genuss eines guten Rotweins verknüpft – und damit scheint der Produzent gar nicht so falsch zu liegen.

Kurz zusammengefasst bekommt man mit QU.ALE einen guten und erschwinglichen Wein für alle Tage, der auf vielerlei Art die Welt ein kleines Stück besser macht. Das schmeckt und gefällt! Join the Wine Democracy!

Exklusiver Vertrieb in Deutschland:
www.pin-besteweine.de/tenute-emera-qu-ale.html

Mehr Infos
www.qualevino.it/en/

Internetwerbung wird immer aggressiver – ich auch

Ich bin im World Wide Web fast seit dessen Erfindung unterwegs. Ich war schon von zuhause regelmäßig im Internet als viele noch gar nicht wussten, was ein "Homecomputer" ist (so nannte man das damals). Ich habe viele Entwicklungen und Veränderungen erlebt – und die meisten der Veränderungen waren Verbesserungen.

Ich kann auch verstehen, dass eine Webseite Kosten verursacht und guter Inhalt durch eine Finanzierung mit Werbung ermöglicht werden kann. Ich habe auch selber schon verschiedene High-Traffic-Seiten betrieben, die auf Werbung angewiesen waren. Alles kein Problem.

Manche Firmen haben auch gute Werbung, die einem sogar noch gefällt und die man gerne sieht, wenn sie dezent in eine Homepage integriert ist.

Aber es gibt eine Entwicklung, die ich seit so ca. 2 Jahren beobachte, die mir überhaupt nicht gefällt: aufdringliche, schrille, quitschende Werbung, die nur nervt. Und es wird immer schlimmer. Seiten spielen Werbevideos mit Sound ab, die nicht gestoppt werden können. Banner verdecken den eigentlichen Inhalt und müssen umständlich weggeklickt werden. Fenster poppen auf. Das wirkt schmuddelig, billig und eklig.

Auf dem Screenshot oben eine (eigentlich) seriöse Seite über deutsche Rechtschreibung. Auf der Startseite sieht man erst mal vor lauter Werbung nicht einmal mehr einen Satz vom eigentlichen Content. Eine Seite, die sich so präsentiert, kann ich doch nicht ernst nehmen. Haben die Betreiber jeglichen ästhetischen Anspruch aufgegeben? Ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn ich Betreiber einer solchen Seite wäre. Ich könnte mich ja selber nicht mehr respektieren.

Wann wurden wir Menschen denn zu solchen Armleuchtern, die nur noch auf Kommerz und Gewinn aus sind? Früher hat man Werbung eingebaut, um eine tolle Seite ermöglichen zu können. Heute werden viele Seiten nur noch gemacht, damit man Werbung einbauen kann.

Und was denken sich die Marketingverantwortlichen bei den Firmen? "Ich nerve mit meiner nächsten Kampagne mal die ganzen Internetbenutzer, die werden dann sicher ganz scharf darauf, mein Produkt zu kaufen." Das ist doch absurd. Jedes so beworbene Produkt wird von mir absichtlich boykottiert. Und jede Seite, die meint, dass sie mich erst einmal mit 100 Bannern und Werbevideos vollpflastern muss, hat mich als Benutzer gesehen.

Früher sahen alle Suchmaschinen so schmuddelig und überladen mit Werbung aus. Und das Erfolgsrezept von Google war in dessen Anfangszeit eben die große Schlichtheit der Startseite. Und damit haben sie alle anderen damals etablierten Suchmaschinen platt gemacht – das Konzept kann also nicht so falsch gewesen sein.

Bild: Screenshot einer Landing-Page einer Seite über deutsche Rechtschreibung

RTL senkt Niveau auf neuen Rekordwert: "Was wäre wenn?"

Es ist wirklich kaum zu glauben, dass RTL sein bisheriges Niveau noch unterbieten kann. Dass dies jedoch geht, beweist der Sender derzeit donnerstags mit seiner neuen "Comedy"-Show "Was wäre wenn?".

Dass es verschiedene Arten von Humor gibt will ich nicht bestreiten. Dass "Was wäre wenn?" nicht meinen Humor trifft ist ziemlich sicher. Dass es den Humor von igendjemandem trifft, ist fraglich. Beziehungsweise es ist eher beängstigend, dass es jemand derart primitives geben könnte, der darüber lachen könnte.

Es ist eine Aneinanderreihung von unlustigen Plumpheiten, von (gewollt aber nicht gekonntem) Amüsement auf Kosten anderer. Es ist ein Symbol für eine ganz eklige, emphatielose Art von Entertainment, die auf guten Geschmack und Niveau nicht den geringsten Wert legt. Es ist erschreckend, dass so etwas über die Bildschirme kommt: langweilig, plump, gekünstelt.

Potential wäre dabei eigentlich vorhanden, die Moderatoren haben zumindest an anderer Stelle schon gezeigt, dass sie es besser könnten.

Humor
Spontaneität
Gesamt

Zwiebelkuchen

Zusammenfassung

Menge
Kuchen
Zubereitungszeit
45 Minuten
Kochdauer
45 Minuten
Gesamtzeit
1 Stunde, 30 Minuten

Beschreibung

Fast noch ein bisschen früh für Zwiebelkuchen, aber nachdem das Wetter heute sehr herbstlich war und schon die ersten braunen Blätter von den Bäumen fallen, hatte ich heute Lust auf einen Zwiebelkuchen – wenn man sich schon wie im Herbst fühlt, dann wenigstens auch die schönen Seiten davon genießen.

Übrigens, neuen Wein gibt es auch schon.

Zutaten

250 Gramm
Mehl
1 Packung
Trockenhefe
1 Teelöffel
Salz
1 Teelöffel
Zucker
50 Gramm
Butter (weich)
125 Milliliter
Wasser (lauwarm)
600 Gramm
Zwiebel (gewürfelt)
50 Gramm
Butter
2 Esslöffel
Mehl
2
Eier
100 Milliliter
Sahne
1 Teelöffel
Kümmel
100 Gramm
geräucherten Speck (gewürfelt)
 
Butterflöckchen

Anleitung

  1. Für den Hefeteig das Mehl, die Hefe, den Zucker, das Salz, das lauwarme Wasser und die weiche Butte gut miteinander verkneten. Den Teig ca. 1 h gehen lassen.
  2. Die gewürfelten Zwiebel werden mit der Butter angeschwitzt bis sie ganz glasig sind. Dabei aufpassen, dass sie nicht braun werden.
  3. Die EL Mehl dazu geben und unter die glasigen Zwiebel rühren. Dann die Zwiebeln etwas abkühlen lassen.
  4. Die Sahne, die Eier, den Kümmel und den geräucherten Speck gut unter die Zwiebelmasse mischen.
  5. Eine Springform mit dem Hefeteig auslegen und die Zwiebelmasse einfüllen.
  6. Butterflöckchen auf die Zwiebelmasse setzen.
  7. Bei 200°C ca. 45 Minuten backen.

Bemerkungen

Ich habe für den Boden Vollkorn-Mehl genommen, da es gesünder ist und bei so einem rustikalen Kuchen auch gut passt.

Das Rezept ist für eine normale runde Springform. Wenn man die doppelte Menge verwendet, reicht es für ein ganzes Backblech.

"Die Zeit, die Zeit" von Martin Suter

Zwei sehr kurzweilige Frühlingsnachmittage im Garten bereitete mir vor einigen Monaten das Buch "Die Zeit, die Zeit" von Martin Suter. Einmal angefangen wollte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen. Es war nach "Der Koch" erst das zweite Buch von Suter, das ich gelesen hatte, aber auch dieses Mal haben mich Suters Erzählweise und die detailverliebten und dennoch kurzweiligen Beschreibungen gefesselt.

Was ist eigentlich Zeit? Man kann sie nicht anfassen, man kann sie nicht sehen. Dass "Zeit vergangen" ist sieht man nur daran, dass sich Dinge verändert haben: Gegenstände wurden umgestellt, Pflanzen sind gewachsen oder Haare sind ergraut. Doch was ist, wenn keine Veränderung stattfindet? Steht dann auch die Zeit? Und wenn man noch einen Schritt weiter geht und alle Veränderungen seit einem bestimmten Zeitpunkt wieder rückgängig macht, ist dann auch keine Zeit vergangen?

Peter Talers Frau wurde vor der eigenen Haustüre erschossen. Taler gibt sich die Schuld, da er sie absichtlich vor der Türe warten ließ. Seit sie tot ist, ist sein Leben etwas aus den Fugen geraten. Doch eines Tages bemerkt er, dass sein Nachbar Knopp die alten Bäume durch neue ersetzt. Neue, die aussehen wie die alten vor vielen Jahren. Und irgendwann kommt er Knopp auf die Spur: Dieser will alles in den Zustand von vor vielen Jahren zurückversetzen - in den Zustand, als seine Frau noch lebte. Da Knopp selbst zu alt ist, muss Taler ihm helfen, alles wieder so herzurichten, wie es auf den alten Fotos war.

Es scheint, als habe der kauzige Knopp zufällig Fotos von Lauras Mörder gemacht, der nach einem Jahr noch immer nicht gefasst wurde. Die Aussicht auf die Identifizierung von Lauras Mörder gibt Taler neue Hoffnung. Wenn es Taler zuerst auch aus seiner Lethargie reißt und sich die beiden verwittweten Herren anfreunden - irgendwann macht Taler jedoch eine grausame Entdeckung ...

Das Buch ist sehr fesselnd geschrieben und die (von Suter erfundenen) Theorien zur Zeit klingen sehr plausibel. Hier hat der Autor sehr gut recherchiert und es macht viel Spaß, sich auf die Gedankenexperimente über das Wesen der Zeit einzulassen. Auch das Ende ist sehr verblüffend und unerwartet.

Bewertung

Image of Die Zeit, die Zeit (detebe)
Autor: Martin Suter
Verlag: Diogenes (2013)
Bindung: Taschenbuch, 304 Seiten
Preis: EUR 12,00